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Überraschung: Wintergatan

Manchmal habe ich das Gefühl, im Bereich der sogenannten Populärmusik alles gehört zu haben. Es gab in den letzten Jahren keine musikalischen Neuerscheinungen mehr, welche mich zu überraschen wussten. Eigentlich sehr schade.
Bis ich durch einen Beitrag in einem sozialen Netzwerk auf Wintergatan aufmerksam gemacht wurde. Drei Schweden (Martin Molin, Marcus Sjöberg, David Zandén) und eine Schwedin (Evelina Hägglund) produzieren eine Musik, welche bei Wikipedia als „Folktronica“ bezeichnet wird. Höhrt man sich die eingesetzten Instrumente an, so ist der Begriff gar nicht mal so schlecht gewählt. Xylophone, Bass, Schlagzeug, Keyboards, Synthesizer und Akkordeon werden Melodien entlockt, die auf jeden Fall zeitlos sind, die begeistern und auch beim mehrmaligen Anhören nichts von ihrer Faszination einbüßen.
Auch nicht ganz alltägliche Gegenstände nutzt man zum musizieren. Eine kleine Spieluhr, Schreibmaschinen und viele andere alte, sowie selbstgebaute Instrumente sorgen für einen einzigartigen Sound, welcher angenehm melodisch klappert und klingelt. Die Liebe zur Musik hört man Wintergatan in jeder Sekunde an und das hat in der Musikwelt leider Seltenheitswert.

Das Debutalbum der Band stammt bereits aus dem Jahre 2013 und lässt sich unkompliziert bei Bandcamp für schmales Geld herunterladen.

Seit der Veröffentlichung des Albums ist die Band hauptsächlich mit Konzerten und dem Bau der grandiosen Marble Machine beschäftigt gewesen. Diese erzeugt mittels Muskelkraft und 2000 Metallmurmeln beeindruckende Musik. Das Video, welches es mittlerweile auf 16 Millionen Klicks gebracht hat, gibt es hier zu sehen.

In einem weiteren Video meint Martin Molin, daß er sich durchaus in der Lage sehe die Marble Machine weiter zu perfektionieren aber nach soviel Zeit möchte er doch erstmal wieder Musik mit der Band machen. Ich hoffe doch sehr, daß dies eine verklausulierte Ankündigung eines neuen Wintergatan Albums ist. Denn ich bin von der Musik, dem Sound und der Spielfreude der vier Schweden schwer begeistert und würde mich über neues Material sehr freuen.